30 Jahre Verein für Jagdteckel e.V. (VJT)

Im September 2019 feierte der Verein für Jagdteckel e.V. (VJT) sein 30-jähriges Bestehen. Am 16. September 1989 wurde im Forsthaus Loosenau, Nordrhein-Westfalen, der Verein für Jagdteckel durch 17 engagierte Waidmänner gegründet.

Jagdteckel im Einsatz; Foto: H-H. Matthies

Erster Vorsitzender war Gorch-Peter Nolte. Mit der Gründung verfolgte man das Ziel einer klaren Trennung zwischen Jagdgebrauchsteckeln und der Schönheitszucht, um den Teckel als Jagdhund, so wie er einst gezüchtet wurde, zu erhalten. Schon 1885 schrieb R. Corneli: „Es ist zu viel auf „Formen“, zu wenig auf „jagdliche Leistung“ gezüchtet worden“ (vgl. R. Corneli: Der Dachshund, Geschichte, Zucht, Abrichtung und Verwendung). Und so gab es bereits einmal ab 1905 eine „Jagdteckelbewegung“ (vgl. Engelmann: Der Dachshund, Geschichte, Kennzeichen, Zucht und seine Verwendung zur Jagd, 1924). Im Februar 1990 erfolgte die Aufnahme in den JGHV, im März 1993 als Vollmitglied.

Zeitgleich erfolgte auch in der in Auflösung befindlichen DDR ein Neubeginn im Jagdhundewesen. Im Frühjahr 1990 wurde der Jagdgebrauchshundverband (JHV) der DDR gegründet. Die Stammbücher von der Zentralstelle für das Hundewesen der Obersten Jagdbehörde der DDR in Halle wurden durch neu gegründete Zuchtvereine übernommen. Nach der Wiedervereinigung ging der JHV im März 1991 im JGHV auf. Der noch im April 1990 gegründete Jagdteckelverband (JTV) der DDR entschied sich nach umfangreichen Sondierungsgesprächen für eine Vereinigung mit dem VJT, die am 27.04.1991 erfolgte. Mit der Übernahme der Zucht- und Zwingerunterlagen des Jagdteckelverbandes nahm der noch junge VJT die Rechtsnachfolge der Teckelzucht in der ehemaligen DDR wahr.

Der VJT ist ein bundesweiter rein jagdlicher Teckelzuchtverein. Seit nunmehr 30 Jahren wird konsequent die Zucht, Haltung und Prüfung von Jagdteckeln aller Haararten und Schläge gefördert, um Jägern vielseitige, leistungsfähige und brauchbare Teckel zur Verfügung zu stellen. Die Züchter müssen Jäger sein und verpflichten sich, nicht mehr als 3 Würfe pro Jahr und Zwinger zu züchten. Die Zuchtkommission gewährleistet mit ihren Paarungsauflagen eine rein jagdliche Leistungszucht. Die Welpen erhalten ein Gewährleistungszertifikat bei evtl. auftretenden erblich bedingten Krankheiten. Eine jagdliche Beistandskasse unterstützt bei Jagdunfällen von VJT-Teckeln. Mit der Einrichtung einer verpflichtenden DNA-Datenbank für alle Zuchthunde sollen erkennbare Gesundheitsrisiken gemäß dem wissenschaftlichen Erkenntnisstand frühzeitig erfasst bzw. recherchiert werden können. Mit der verpflichtenden Untersuchung auf Glasknochenkrankkheit (Osteogenesis imperfekta OI) für Zuchthunde konnte Prof. Epplen nachweisen, dass nur 1,8% unserer untersuchten Teckel die Mutation im heterozygoten Zustand tragen. Da der Erbgang rezessiv ist, ist die Erkrankung im VJT ausgeschlossen. Seit 1990 wurden 6113 Welpen, Schwerpunkt Rauhhaarteckel Normalschlag, gezüchtet und in den jagdlichen Einsatz gebracht.

Um Teckel auf Anlagen- und Leistungsprüfungen im VJT zu führen ist der Jagdschein des Hundeführers Voraussetzung. Der VJT verzichtet mit Rücksicht auf das Wild und die Natur bewusst auf unnötige Wiederholungen von Prüfungen und Formbewertungen, was im Hinblick auf die aktuelle „grüne Politik“ als richtungs- und zukunftsweisend bewertet wird.

Aus Anlass der 30-Jahr-Feier am 21.09.2019 gab es einen Tag zuvor eine Hasenspurprüfung in der hasenreichen Magdeburger Börde verbunden mit einer Richterschulung, die sich dadurch auszeichnete, dass sie sehr jagdnah war. Nach einem anstrengenden Prüfungstag und 4 von 5 bestandenen Hunden konnten sich alle Beteiligten beim Revierinhaber Jörg Müller bedanken.

Spurlautprüfung mit Richterschulung am Vortag der 30-Jahr-Feier; Foto: Prof. Dr. B. Weinreich

Die Festveranstaltung am 21.09.2019 eröffnete Herr Prof. Dr. Kaup mit einem erfrischenden Vortrag zum Thema „Jagd und Tierschutz“, der interessante Einblicke in Wissenschaft und Forschung gab und zu einer angeregten Diskussion führte.

Gastvortrag Prof. Dr. Kaup; Foto: Prof. Dr. Weinreich

Anschließend gab es Grußworte und Glückwünsche von Jörg Matthies, Vizepräsident des LJV Sachsen-Anhalt, Jan Schafberg, Geschäftsführer JGHV, Stefanus Middendorf, Präsident DTK und Wolf Schmidt-Körby, der seit Jahren den VJT begleitet und unterstützt. Neben der Ehrung verdienter Mitglieder referierte der erste Vorsitzende, Karl-Eckhard Lüdemann, über die Geschichte des VJT und die Teckelzucht in der DDR. Nachmittags wurde eine Zuchtschau mit Zuchtrichterschulung abgehalten, zu der sechs Hunde gemeldet waren. Beim abschließenden grünen Abend gab es viele Gelegenheiten sich über die Jagd mit dem Teckel auszutauschen. Die Teilnehmer erfreuten sich an einer jagdlichen Tombola, die durch die Firmen Josera, Hart und Grube gesponsert wurde.

 

Text: Hans-Heinrich Matthies

Zuchtrichterbesprechung; Foto: H-H. Matthies